Beschreibung
Wenn heute über Israel und Palästina, Antisemitismus oder Zionismus gesprochen wird, geraten die historischen Verbindungen zwischen der jüdischen Emanzipationsbewegung und der sozialistischen Arbeiter*innenbewegung oft aus dem Blick. Dabei arbeiteten beide über viele Jahrzehnte in zahlreichen Ländern eng zusammen und kämpften gemeinsam für Gleichberechtigung, soziale Gerechtigkeit und gegen Antisemitismus. So hatten zum Beispiel auch die kommunistischen, gewerkschaftlichen und antikolonialen Bewegungen in Tunesien und Marokko zahlreiche jüdische Repräsentant*innen.
Die Podiumsdiskussion beleuchtet diese wenig bekannte gemeinsame Geschichte der Allianz von jüdischer Emanzipationsbewegung und Arbeiter*innenbewegung. Sie zeigt aber auch ihre Widersprüche: Denn trotz vieler Solidaritätsbekundungen konnten weder die Arbeiter*innenbewegung noch Staaten, die sich auf den Sozialismus und Kommunismus beriefen, antisemitische Ausgrenzung, Verfolgung und schließlich die Shoah verhindern.
Die Veranstaltung lädt dazu ein, diese komplexe Vergangenheit besser zu verstehen und darüber ins Gespräch zu kommen, wie sie für das Zusammenwirken partikularer und universalistischer Perspektiven für eine heutige Linke in heterogenen Gesellschaften ein Vorbild sein kann.
Es diskutieren:
Nadia el Querghemmi, Rosa-Luxemburg-Stiftung, Tunis
Bodo Ramelow, MdB, Vizepräsident des Deutschen Bundestages und Ministerpräsident a.D.
Dr. Florian Weis, Rosa-Luxemburg-Stiftung, Berlin
Moderation: Mirjam Gläser, Jüdisches Museum Rendsburg
Eine Veranstaltung der Rosa-Luxemburg-Stiftung Schleswig-Holstein in Kooperation mit dem Jüdischen Museum Rendsburg